Berner Piraten wollen ins Stöckli: humanistisch. liberal. progressiv.

Die Piraten mischen auch im Kanton Bern mit: Sie stellen sich sowohl bei den Nationalrats- wie auch bei den Ständeratswahlen zur Verfügung. Letzten Freitag wurde entschieden, dass Präsident Jorgo Ananiadis aus Ostermundigen und sein Vize Denis Simonet aus Ipsach für den Ständerat ins Rennen geschickt werden.

Denis Simonet

Denis Simonet kandidiert für den Ständerat.

Simonet ist überzeugt, der Aufgabe gewachsen zu sein:

Wir stehen für freiheitliche Werte ein, die sowohl die Schweiz wie auch den Kanton Bern geprägt haben. Mir und den Piraten ist wichtig, diese Identität zu bewahren.» Dies gehe nur durch eine humanistische, liberale und progressive Politik. Er fügt an: «Wir sind die Stimme all derjenigen, die den Fortschritt in eine humanistische und liberale Schweiz vermissen.»

Dabei stehen die Piraten weder links noch rechts, denn mit Schubladen lassen sich die komplexen Fragestellungen des 21. Jahrhunderts nicht lösen, so Simonet. Das Programm der Piraten sei ausgereift und beantwortet viele aktuelle Fragen. So werben die Piraten für eine aktive Aussenpolitik mit Menschenrechten, Demokratie und Frieden im Zentrum. Verbote sollen minimiert und die Grundrechte der Bevölkerung gestärkt werden. Einen EU-Beitritt lehnen die Piraten ab. Ausserdem fordern sie ein einfaches Steuersystem ohne Schlupflöcher und eine freie, lebendige Kultur. Im Programm geht es aber auch um die die Trennung von Staat und Kirche und um Chancengleichheit. Bevormundung, Überwachung, Bürokratie und Regulierungswut lehnen die Piraten ab.

Doch warum schlagen die Piraten gleich zwei Kandidaten für den Ständerat
vor? Präsident Ananiadis erklärt:

Uns ist bewusst, dass die Chancen auf eine Wahl in den Ständerat klein sind. Wir haben dazu auch kein Budget von 800’000.- wie andere Parteien. Aber Aufgrund der vielen Fehlentscheide im Ständerat letzthin ist es wichtig für uns, zwei Kandidaten für den Ständerat zu präsentieren, um eine echte Alternative zu bieten.

Ananiadis kritisiert dabei «die fehlerhaften Gesetze betreffend die Überwachung (BÜPF & Nachrichtendienstgesetz) und die Missstände bezüglich Whistleblowing». Diese und andere elementare Grundwerte müssten durch jüngere Politiker baldmöglichst wieder auf die Agenda kommen, so Ananiadis.

Jorgo Ananiadis

Jorgo Ananiadis kritisiert die «Fehlentscheide» im Ständerat und fordert die Achtung unserer Grundrechte.