Die Piraten solidarisieren sich mit den Jenischen

Die Jenischen sind Schweizerinnen und Schweizer. Sie leben seit dem 11. Jahrhundert in der Schweiz und sie bezahlen Steuern und AHV, sie gehen ihrer täglichen Arbeit nach und sie leisten Militärdienst. Was die Fahrenden von der Mehrheit unterscheidet, ist ihre Art zu leben. Und diese erfordert genügend Stellplätze. Diese wurden den Jenischen vor 10 Jahren in einem wegweisenden Bundesgerichtsurteil zugesprochen, von den Kantonen und Gemeinden aber nie erstellt. Bis heute gibt es nur einen Bruchteil der notwendigen Plätze, und diese werden auch von anderen Fahrenden beansprucht. Die Piratenpartei Kanton Bern stellt sich hinter die Forderungen der Jenischen. Der Kanton Bern soll seine Bemühungen verstärken, Durchgangsplätze für die Jenischen zu schaffen.

Denis Simonet, Vizepräsident der Piratenpartei Kanton Bern: «Es ist ein Grundrecht, das eigene Leben frei zu gestalten. Die Jenischen sind als anerkannte nationale Minderheit verfassungsmässig geschützt und es muss ihnen ermöglicht werden, ihrer Tradition zu folgen und frei durch die Schweiz zu reisen. Die Jenischen brauchen nicht viel: Ein Kiesplatz mit fliessend Wasser und Strom. Und sie sind bereit, Miete zu bezahlen. Es muss doch möglich sein, einen solchen Platz zu finden. Die von den Behörden kommunizierten Kosten dafür sind übertrieben.»

Letzten Freitag hat Denis Simonet die Jenischen in Nidau besucht. Die Piraten stehen seither in engem Kontakt mit ihnen und sind besorgt ob der schlechten Kommunikation Seitens Behörden. Das ehemalige Expo-Gelände steht die meiste Zeit über leer und es sind zur Zeit keine Veranstaltungen geplant. Die Jenischen von diesem Platz zu vertreiben ist einer Deeskalation nicht dienlich. Die Aktion der Jenischen muss als Hilferuf ernst genommen werden. Wir fordern die Behörden auf, die Jenischen wie gefordert während zwei Wochen auf dem Platz bleiben zu lassen und den Dialog mit den Vertretern zu suchen.

Jorgo Ananiadis, Präsident Piratenpartei Kanton Bern: «Jenische leben seit Jahrhunderten in der Schweiz. Sie pflegen die traditionelle Schweizer Volksmusik, haben aber auch eine eigene Kultur. Im Gegensatz zu „staatlich anerkannten“ Institutionen erhalten sie aber kaum Subventionen für Ihre Leistungen. Und aktuell auch keine Standplätze. So kann man mit anerkannten Minderheiten nicht umgehen.»